Sehenswürdigkeiten

Rumeli Hisari – Die Perle am Bosporus

In Istanbul gibt es viel zu sehen. Moscheen, Museen, Parks und Plätze. Eine Sehenswürdigkeit reiht sich an die andere. Was natürlich auch nicht fehlen darf, sind historische Burgen. Auch davon hat Istanbul so einige. Eine davon ist ganz besonders. Die Rumeli-Festung ist nicht nur die größte und besterhaltene Festung. Sie ist bei weitem auch die beeindruckendste.

Die Istanbuler nennen sie auch die „Perle des Bosporus“. Die Rumeli-Festung steht direkt am an der Wasserstraße zwischen Europa und Asien. Sie ist malerisch in den Hang hineingebaut und ein absoluter Hingucker. Hier kannst du osmanische Militärgeschichte hautnah nachverfolgen. Vor mehr als 500 Jahren gebaut, beherrscht die mächtige Festung immer noch den Bosporus. Wieso sie gebaut wurde und was es dort zu entdecken gibt, erfährst du im folgenden Artikel.

Eine Festung wird gebaut – und der Sultan macht mit

Als Sultan Mehmet II. im Jahr 1451 den Thron bestieg war Istanbul – damals noch Konstantinopel – noch nicht Teil des Osmanischen Reiches. Dies wollte der junge und ehrgeizige Sultan unter allen Umständen ändern. Die Eroberung Istanbuls war für ihn daher von Anfang an das wichtigste Ziel seiner Regentschaft.

„Die Rumeli-Festung wurde in nur 4 Monaten Bauzeit fertiggestellt. Selbst der Sultan soll auf der Baustelle mitgearbeitet haben.“

Allerdings war dies kein einfaches Unterfangen. Die Stadt, die von den Byzantinern regiert wurde, hatte mächtige Verteidigungsmauern. Außerdem schickten christliche Staaten aus Europa immer wieder Hilfslieferungen nach Konstantinopel. Der erste Schritt für den neuen Sultan war es daher, die Hilfslieferungen zu unterbinden. Dazu ließ 1452 die Rumeli-Festung erbauen. Die Festung steht am engsten Punkt des Bosporus. Damit übernahmen die Osmanen die Kontrolle über diesen wichtigen Hauptversorgungsweg. Die von Sultan Bayezid I. schon zuvor erbaute anatolische Festung befindet sich direkt am gegenüberliegenden Ufer.

Interessant ist, dass Sultan Mehmet die Festung nicht nur in Auftrag gab, sondern die Pläne höchstpersönlich selbst zeichnete. Um die Fertigstellung zu beschleunigen, übergab der Sultan die Verantwortung für die drei geplanten Türme jeweils drei unterschiedlichen Wesiren. Davon versprach er sich einen Wettbewerb unter den Wesiren und eine schnellere Arbeitsausführung. Der Sultan selbst übernahm die Verantwortung für den Bau der Mauern. Der Plan ging auf. In nur vier Monaten Bauzeit wurde die gigantische Festung fertiggestellt.

Da sie die Durchfahrt feindlicher Schiffe über den Bosporus verhindern sollte, wurde die Festung auch „Bogazkesen“ genannt. Das könnte liebevoll als „Halsabschneider“ übersetzt werden. „Bogaz“ bedeutet im Türkischen aber nicht nur Hals, sondern ist auch der Name des Bosporus. Der Name bedeutet also, dass die Festung die Zufahrt durch den Bosporus unterband bzw. abschnitt.

Zu diesem Zweck ließ der Sultan eine Militäreinheit von 400 Soldaten in der Festung stationieren. Falls ein feindliches Schiff den Bosporus Richtung Konstantinopel überqueren wollte, nahmen die Soldaten das Schiff munter unter Beschuss. Das funktionierte sehr gut. Nach Fertigstellung der Rumeli-Festung wurden die Hilfs- und Waffenlieferungen nach Konstantinopel fast gänzlich unterbunden. Sinn und Zweck der gesamten Festung war es, sämtliche Zufahrten zu unterbinden.

Nach Eroberung Istanbuls verlor die Rumeli-Festung daher ihre Bedeutung als Burganlage. Natürlich riss man das gigantische Bauwerk, das auch architektonisch reizvoll ist, nicht ab. Stattdessen wurde es in der Folgezeit als Gefängnis für Kriegsgefangene genutzt. Auch ausländische Botschafter, die es schafften den Zorn des Sultans auf sich zu ziehen, wurden hier einquartiert.

Im Jahr 1509 wurde die Festung bei einem Erdbeben stark beschädigt. Anschließend wurde es wieder repariert. Auch in späteren Jahrhunderten erfolgten immer wieder Erneuerungsarbeiten. In der Endphase des Osmanischen Reiches verfiel das Bauwerk aber zusehends. Niemand kümmerte sich mehr darum. Und die Staatskasse war ohnehin bankrott. Innerhalb der Festung bauten die Istanbuler unbehelligt ihre Häuser. Die große Festung geriet immer mehr in Vergessenheit.

1953 wurde das heruntergekommene Bauwerk komplett restauriert. Die illegal innerhalb der Festung errichteten Häuser wurden abgerissen. Die Türme und Mauern wurden instandgesetzt. Die große Fläche innerhalb der Festungsmauern wurde zu einem Freilufttheater umfunktioniert. Seitdem finden hier Veranstaltungen, Konzerte und Festivals statt.

Was macht die Rumeli-Festung besonders?

Normalerweise gab der osmanische Sultan Bauwerke in Auftrag. Er selbst beteiligte sich nicht am Bau selbst. Bei der Rumeli-Festung war das anders. Die Zeichnungen der Festung stammen von Fatih Sultan Mehmet selbst. Selbst die Wandstärken und die Standorte der Türme und Tore bestimmte der Sultan eigenhändig. Als ausführenden Architekten beauftragte er Muslihiddin Aga.

„Die beste Aussicht auf die Festung hat man bei einer Schiffstour vom Bosporus aus.“

Die Wandstärke der Festung liegt zwischen 5 und 7 Metern. Die Türme sind 21-28 Meter hoch. Die Burg ist in einer Hanglage gebaut. Die Türme und Mauern stehen auf unterschiedlichen Höhen. Sie schmiegen sich sanft an das unebene Gelände an. Vom Bosporus aus betrachtet ergibt sich daher ein wunderschönes Bild auf die mäandernden Mauern. Daher solltest du es dir nicht entgehen lassen, auch mal eine Bosporustour mit dem Schiff zu machen. Die Aussicht auf die Burg ist fantastisch und man kann tolle Fotos schießen.

Die Festung verfügt über drei große Türme und vier Haupttore. Luftlinie liegt sie ungefähr 800 Meter von der Anadolu-Festung entfernt. Diese liegt am gegenüberliegenden Ufer des Bosporus.

Die Rumeli-Festung ist eine der bedeutendsten osmanischen Militärbauwerke, die bis heute erhalten geblieben ist. Sie gab auch dem Stadtviertel ihren Namen. Diese heißt genauso wie die Burg „Rumelihisari“. Diese „Perle des Bosporus“, wie sie die Istanbuler nennen, ist ganz sicher einen Besuch wert. Aber was kann man dort alles sehen?

Absolute Highlights – Rumeli-Festung

  • Die Aussicht auf den Bosporus von den Türmen
  • Der ruhige Innenhof der Festung inmitten der Stadt
  • Historische Kanonen aus osmanischer Zeit
  • Konzerte und Veranstaltungen von namhaften Musikern im Sommer

Was gibt es in der Rumeli-Festung zu sehen?

Die Rumeli-Festung wird heute als Veranstaltungsort. Hier finden alljährlich Konzerte und Festivals statt. Es ist zu einer Istanbuler Tradition geworden, dass im Sommer namhafte Musiker in der Rumeli-Festung auftreten. Wenn du also Lust auf etwas Musik hast, solltest du dir dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Die Veranstaltungszeiten findest du hier.

Du musst aber natürlich nicht zwangsläufig auf ein Konzert, um die Festung zu sehen. Du kannst das eindrucksvolle Gebäude auch jederzeit so besuchen. Die Rumeli-Festung ist nämlich heute ein Museum und hat ganzjährlich für Besucher geöffnet. Die Öffnungszeiten und Eintrittspreise findest du weiter unten in diesem Artikel.

Es gibt jedoch einige Punkte, auf die du achten solltest. Wenn du Höhenangst hast, könntest du an einigen Stellen Schwierigkeiten haben. Das betrifft insbesondere den Rundgang über die Festungsmauern. Die Mauern und Türme sind begehbar. Sie haben aber an den meisten Stellen keine Absperrungen. Als Besucher sollte man daher sehr vorsichtig sein, wohin man tritt. Äußerste Achtung ist angesagt. Wenn du aber kein Problem mit Höhen hast, wird der Gang nach oben mit einem wunderbaren Ausblick belohnt. Von dort hast du freie Sicht auf den Bosporus, das andere Ufer und die Fatih-Sultan-Mehmet-Brücke.

Daneben gibt es auch andere interessante Dinge zu sehen. Im Innenhof der Festung stehen die Überreste einer alten Moschee, die damals für die Soldaten erbaut wurde. Es hat sich allerdings nur noch das kleine Minarett erhalten. Außerdem sieht man historische Kanonen aus osmanischer Zeit. Überhaupt ist der Innenhof ein sehenswerter Ort. Mitten im Trubel von Istanbul steht man hier, geschützt von den mächtigen Wänden, inmitten einer ruhigen Oase.

Innerhalb der Festung gibt es keine Cafés oder Läden. Auch ist das Mitbringen von Speisen und Getränken nicht erlaubt. Das Museum will damit vorbeugen, dass das Bauwerk zugemüllt wird. Rund um die Rumeli-Festung gibt es aber zahlreiche Möglichkeiten, eine Stärkung zu sich zu nehmen. Nach der Besichtigung kannst du dich in eins der vielen Restaurants oder Cafés setzen und wieder Kräfte sammeln.

Wie du zur Rumeli-Festung kommst

Die Rumeli-Festung befindet sich im Istanbuler Stadtteil Sariyer. Sie liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums, ist aber trotzdem gut uns schnell zu erreichen. Du kannst mit dem Bus, der Metro oder mit dem Taxi zur Festung fahren. Ein besonderes Highlight ist die Anfahrt mit der Fähre. Dann siehst du die Rumeli-Festung in ihrer ganzen Pracht auch vom Wasser aus.

Hier kannst du einen ÖPNV-Netzplan von Istanbul herunterladen. Bei Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel empfehle ich immer die Nutzung der Istanbul Card. Damit sparst du bei jeder Fahrt.

Auto & TaxiMit dem Auto fährt man die Uferstraße entlang des Bosporus Richtung Norden. Die Fahrtdistanz von der Galatabrücke beträgt ca. 10 km. Bei gutem Verkehr ist man in ca. einer halben Stunde da.
MetroMit der Metro M2 bis zur Haltestelle Levent. Danach mit der Metro M6 bis zur Haltestelle Bogazici Üniversitesi. Danach musst du zu Fuß etwa einen Kilometer zur Festung laufen
FähreNutze die Fähre mit der Verbindung Eminönü – Rumeli
BusNimm von Taksim oder Besiktas kommend einen Bus der Linien 40T, 42T, 22 oder 25E. Steig an der Haltestelle Rumeli Hisari aus
AdresseYahya Kemal Cd., 34470 Sarıyer / İstanbul
Tel+90 212 263 53 05
Webhttps://muze.gov.tr/
E-Mailhisarlarmuzesi@kultur.gov.tr

Öffnungszeiten des Rumeli Hisari

Der Rumeli Hisari hat jeden Tag (außer mittwochs) für Besucher geöffnet. Im Sommer und Winter gelten jeweils unterschiedliche Öffnungszeiten. Wenn du von der Innenstadt anfährst, solltest du berücksichtigen, dass die Festung etwas außerhalb liegt. Je nach Verkehrslage kann die Fahrt daher länger dauern. Vermeide es daher, zu spät loszufahren.

Sommersaison (1. April – 1. Oktober)   9:00 – 19:00 Uhr
Wintersaison (1. Oktober – 1. April)   9:00 – 17:0 Uhr

Eintrittspreise

Der reguläre Eintritt in die Rumeli-Festung kostet 18 TL für Erwachsene. Wenn du eine Museumskarte hast, ist der Eintritt frei. Personen unter 18 Jahren und über 65 Jahren haben ebenfalls freien Zutritt.

Erwachsene18 Türkische Lira (ca. 3 €)
Senioren ab 65 JahrenKostenlos
Jugendliche bis 18 JahreKostenlos
Eintritt mit Museumskarte kostenlos!

Fotos

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Sag uns deine Meinung

Hast du den Rumeli-Hisari schon mal selber besucht? Du hast Besuchstipps oder möchtest deine Erfahrung mit uns teilen? Gibt es vielleicht irgendwas, was wir nicht erwähnt haben? Wir freuen uns sehr über Kommentare und Anregungen. Also lass was von dir da.

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Tarik

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