Geschichte Istanbuls
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Kurze Geschichte Istanbuls

Byzantion, Konstantinopel, Istanbul

Istanbul… die quicklebendige Stadt mit ihren tausend vielfältigen Gesichtern und Facetten, Schnittstelle und melting pot zwischen Ost und West, ehemalige Hauptstadt dreier Weltreiche und damit nicht zuletzt ein Potpourri historischer Stätten und Denkmäler aus allen erdenklichen Menschheitsepochen.

Es fehlt sicher nicht an Attributen, um die Stadt am Bosporus zu umschreiben. Und doch stellen all diese Beschreibungen nur einzelne Aspekte dieser faszinierend vielseitigen Metropole dar. Denn Istanbul ist mittlerweile nicht mehr nur die Bezeichnung einer Stadt und damit eine geographische Verortung. Vielmehr ist sie ein Synonym für die pulsierende moderne Weltstadt, in der sich Elemente aus orientalischen und westlichen Kulturen, aus Historischem und Modernem auf unverwechselbare Art und Weise kreuzen und in der Summe den charakteristischen Charme der Millionenstadt ausmachen.

Passend zum historischen Flair Istanbuls beginnt die Stadtgeschichte auch schon gleich mit einer kleinen, heiteren Anekdote, die dem Leser an dieser Stelle nicht vorenthalten bleiben soll. Denn wie so oft bei historisch bedeutsamen Städten – man rufe sich nur die Geschichte der Gebrüder Romulus und Remus und der Stadt Rom ins Gedächtnis – verfügt auch Istanbul über einen antiken Gründungsmythos. Diese ist zwar weniger bekannt als ihr italienisches Pendant, dafür aber auch glücklicherweise weniger blutig. Sie beginnt damit, dass der sagenhafte griechische König Nisos (7. Jhd. v. Chr.) sich entschließt, eine neue Kolonie in Kleinasien zu gründen. Wie es sich gehört, wird hierzu das Orakel von Delphi nach einem passenden Ort für die neue Kolonie befragt. Diese antwortet damit, dass die neue Siedlung „gegenüber der Stadt der Blinden zu gründen sei! Zwar wenig erleuchtet aber dafür umso tatkräftiger schickt der König seinen Sohn Byzas auf Expedition. Als dieser am Ort der heutigen Altstadthalbinsel Istanbuls ankommt, erkennt er auf Anhieb sowohl die strategisch günstige Lage als auch die natürliche Schönheit der Gegend. Zudem sieht er, dass am gegenüberliegenden Bosporusufer bereits eine ältere griechische Kolonie – die Stadt Chalcedon – existiert. Verwundert darüber, wieso die Chalcedonier die offensichtlich günstige Lage der Halbinsel nicht erkannt und ihre Stadt stattdessen am gegenüberliegenden Ufer errichtet haben, erkennt er in ihnen die Blinden des Orakelspruchs. Folgerichtig gründet er die neue Kolonie auf der Halbinsel (der Sage nach 667 v. Chr.), die fortan nach ihm Byzantion genannt wird.

Die Stadt der Blinden, Chalcedon, von der in der Geschichte die Rede ist, ist freilich der heutige Istanbuler Stadtteil Kadiköy. Einst eine eigene Stadt ist sie, bedingt durch die massive Expansion der Stadt, zu einem der vielen Stadtteile Istanbuls geworden. Der tatsächliche Wahrheitsgehalt der Gründungsgeschichte darf darüber hinaus natürlich infrage gestellt werden, zumal neueste Grabungen belegt haben, dass die Altstadthalbinsel schon lange zuvor besiedelt war. Nichtsdestotrotz verdeutlicht sie auf prägnante Weise zum einen die lange historische Tradition der Stadt. Zum anderen werden in der Geschichte die geographische Besonderheit und die malerische Schönheit betont, die anscheinend schon von Beginn an einen wichtigen Wesenszug der Stadt ausgemacht haben. Und dies bis in die Neuzeit hinein! So kann sich selbst ein pragmatischer und nüchterner Militärattaché wie Helmuth von Moltke (1800 – 1891) dem Flair der Stadt nicht entziehen:

„Aber, wie soll ich Dir den Zauber schildern, welcher uns jetzt umfing. Aus dem     rauhen Winter waren wir in den mildesten Sommer, aus der Einöde in das regste Leben versetzt. Die Sonne funkelte hell und warm am Himmel, und nur ein dünner Nebel umhüllte durchsichtig den feenhaften Anblick. Zur Rechten hatten wir Konstantinopel mit seiner bunten Häusermasse, über welche zahllose Kuppeln, die kühnen Bogen einer Wasserleitung, große steinerne Hanns mit Bleidächern, vor allem aber die himmelhohen Minaretts emporsteigen. Der Blick kehrt aus dieser duftigen Ferne zurück und heftet sich auf die schönen Moscheen von Skutari (Üsküdar), der asiatischen Vorstadt; auf den Mädchenturm, welcher zwischen Europa und Asien aus der tiefen Flucht auftaucht; auf die Höhen, welche noch mit frischem Grün prangen […].“

Sicher hat die Stadt im Zuge der Modernisierungsmaßnahmen und der städtischen Ausdehnung im 20. Jahrhundert einen Teil seiner architektonischen und historischen Authentizität eingebüßt. Allerdings hat sie bis heute ihren, sich aus der jahrtausendealten Geschichte nährenden, historischen Charme bewahrt. Charakteristisch für Istanbul ist zudem die inspirierende Mischung aus Altem und Neuem, die Kombination aus pulsierender Metropole und beschaulichen Erholungsorten in unmittelbarer Stadtumgebung. Heute ist Istanbul mehr denn je ein Schaufenster verschiedenster Menschen und Lebensstile, ein Kaleidoskop unterschiedlichster Kulturen und Epochen; eben ein städtisches und immer gut gefülltes Open-Air- Museum.

Anfänge der Stadtgeschichte

Die lange und wechselvolle Geschichte Istanbuls beginnt nicht erst mit der griechischen Kolonisierung oder der römischen Eroberung, sondern bereits vier Jahrtausende vor Christi Geburt. So sind die ältesten Nachweise von Besiedlung für das fünfte vorchristliche Jahrtausend (4000 – 5000 v. Chr.) belegt; einer Zeit, in der sich die ersten Sumerer im Tigristal niederließen und nach lange bevor Ägypten ins Licht der Geschichte trat. Zuletzt wurden zwischen 2004 und 2008 durch Ausgrabungen bei Yenikapi – bedingt durch das Tunnelprojekt Marmaray – Zeugnisse dieser frühesten Besiedlungsphase zutage gefördert. Dabei handelte es sich um Fundamente von Flechtwerkhütten sowie einige Gräber und dazugehörige Beilagen. Sie belegen, dass die Istanbuler Altstadthalbinsel bereits zur Zeit der Neolithischen Revolution, also der Sesshaftwerdung der ersten Menschen, bewohnt war. Darüber hinaus haben sich aus dieser vorgeschichtlichen Periode allerdings weder schriftliche noch bauliche Quellen erhalten, so dass sich keine bindenden Aussagen zur Stadt- und Siedlungsstruktur dieser frühen Zeit machen lassen.

Erst mit der Gründung einer griechischen Kolonie im 7. vorchristlichen Jahrhundert (der Sage nach im Jahre 667 v. Chr. durch den Heerführer Byzas) tritt die Halbinsel auf die weltgeschichtliche Bühne. In den darauffolgenden Jahrhunderten ist Byzantion allerdings den stetigen Spannungen zwischen dem griechischen Mutterland und dem expansionsfreudigen Persien ausgesetzt. Selbst nach den Feldzügen Alexanders und der Zerschlagung des Perserreichs (334 – 330 v. Chr.) sind die politischen Zustände nicht immer eindeutig. Grund hierfür ist vor allem, dass in dieser Zeit gleich mehrere Mächte Anspruch auf die strategisch günstige Lage der Stadt erheben. Allerdings gelingt es Byzantion immer wieder, sich durch geschicktes Taktieren an die sich permanent ändernden Machtkonstellationen anzupassen und ihre politische Souveränität zumindest teilweise zu wahren. Durch eigene Münzprägung verfolgt sie zudem auch eine aktive Wirtschaftspolitik.

Selbst während der schnellen Expansion Roms im Mittelmeerraum behält Byzanz zunächst eine gewisse Autonomie. Erst 146 v. Chr. wird die Stadt, zusammen mit anderen hellenistischen Poleis, von Rom unterworfen und de facto in das Römische Imperium eingegliedert. Vor allem in der römischen Kaiserzeit (ab 27 v. Chr.) profitiert Byzanz – das fortan in seiner latinisierten Form auch Byzantium genannt wird – ausgiebig von der pax romana, dem römischen Frieden. Auch aufgrund ihrer strategisch wichtigen Lage wird die Stadt mit gebührender Aufmerksamkeit durch Rom bedacht und blüht in der Folge kulturell auf. So bescheinigt der Historiker Polybios († um 120 v. Chr.) der Stadt eine besonders außergewöhnliche Lage und Schönheit. Mehr noch, für Polybios sind die Byzantiner besonders glückliche Menschen, weil ihre Stadt an Sicherheit und Wohlstand nicht zu überbieten ist.

All die Lobpreisungen hindern den römischen Kaiser Septimius Severus (reg. 193 – 211 n. Chr.) allerdings nicht an der vollständigen Zerstörung der Stadt im Jahre 196 n. Chr. Auslöser für die Gräueltat war gewesen, dass Byzantium während einer Thronstreitigkeit einen politischen Rivalen des Kaisers unterstützt hatte; eine äußerst kurzsichtige Entscheidung, wie sich eben herausstellte. Der anfängliche Frust verflogen, muss der Kaiser allerdings schon bald feststellen, dass er auf die wichtige strategische Lage am Bosporus nicht verzichten kann, so dass er in Anerkennung der Tatsachen (und auf Drängen seines Sohnes) die gesamte Stadt wieder aufbauen lässt. Als partielle Wiedergutmachung verfolgt Kaiser Septimius zudem eine rege Bautätigkeit, die belegt, dass Byzantium fortan mehr ist als nur eine römische Provinzstadt. Vielmehr entwickelt sich Byzanz fortan zu einem immer wichtiger werdenden Fixpunkt im Römischen Reich.

Von diesen ersten beiden Stadtstrukturen – der griechisch-megarischen Kolonie und der Neugründung durch Septimius Severus – haben sich bis heute allerdings kaum sichtbare Reste erhalten. Lediglich an der Inselspitze (Sarayburnu) finden sich einige archäologische Hinweise auf die ursprüngliche griechische Siedlung. Neben der Vernichtung der Stadt durch Kaiser Septimius (196 n. Chr.) ist dieser Umstand vor allem darauf zurückzuführen, dass mit der räumlichen Ausdehnung der Stadt in den späteren Jahrhunderten vorhandene Anlagen fast vollständig überbaut wurden. Der historische Teil der heutigen Stadtstruktur Istanbuls folgt daher fast ausschließlich der byzantinischen und osmanischen Stadttopographie. Gleichwohl versprechen die neuesten Grabungen an der Landzunge beim Topkapi-Palast Einblicke in die frühe Siedlungsstruktur der griechischen Zeit. Die jetzige Grabungsstätte, die später einmal zu einem Archäologischen Park ausgebaut werden soll, ist für Besucher momentan (2014) allerdings noch nicht zugänglich. Wer sich nichtsdestotrotz näher mit der antiken Geschichte Istanbuls und Kleinasiens beschäftigen möchte, findet in dem Archäologischen Museumeine bedeutende Sammlung antiker Exponate (Seite xx). Das im Jahre 1891 in unmittelbarer Nachbarschaft zum Topkapi-Palast gegründete Museum genießt seit jeher einen hervorragenden Ruf und beherbergt einige äußerst kostbare und ebenso interessante Stücke. Hierzu zählen u.a. der Alexandersarkophag und der in Stein gemeißelte Friedensvertrag von Kadesch (erster Friedensvertrag der Geschichte).

Blüte und Verfall Konstantinopels

In der Folgezeit (ab dem 3. Jhd. n. Chr.) wird Byzantium – wie auch allgemein der östliche Teil des Römischen Reiches – immer wichtiger, was u.a. dadurch bedingt wird, dass die spätrömischen Kaiser nicht mehr nur in Rom, sondern zunehmend auch in den Provinzen residieren. Die ständigen Kriege an den Grenzen des Reichs – vornehmlich an der Donaugrenze – sowie der allgemeine Niedergang des Römischen Imperiums machen es notwendig, dass der regierende Kaiser und der Hofstaat sich zunehmend im Balkanraum und eben auch in Kleinasien aufhalten. Der erste spätantike Kaiser Diokletian (reg. 284 – 305 n. Chr.) beispielsweise bezieht seine Residenz in Nikomedia (dem heutigen Izmit) unweit von Byzanz. Von dieser Verlagerung des Machtzentrums in den Osten profitiert unweigerlich auch Byzanz, das mit seiner strategisch einmaligen Lage erneut in den Fokus der Strategen rückt.

Diokletian ist es auch, der mit einer reichsweiten Reform die Verwaltungsstrukturen des Römischen Reichs reorganisiert und zudem das System des Mehrkaisertums einführt. Mit ihm zusammen regieren fortan vier Kaiser über jeweils eigenständige Zuständigkeitsbereiche im Römischen Reich. Indem er die Macht auf mehrere Schultern verteilt, reagiert der Kaiser auf die krisengeschüttelte Zeit des 2. Jhd. n. Chr., in der sich in aller Offensichtlichkeit gezeigt hatte, dass das riesige Reich nicht mehr nur von einer einzigen Person zu regieren bzw. zu verwalten war. Durch die kollegiale Zusammenarbeit mehrerer Kaiser soll das Reich wieder stabilisiert und handlungsfähig gemacht werden. Was bis zum Tod Diokletians (312 n.Chr.) einigermaßen gut funktioniert, endet nach seinem Tod allerdings im Fiasko. Die verbliebenen Kaiser beginnen einen unerbittlichen Kampf untereinander und stürzen das Reich noch einmal in eine tiefe Krise. Ebenfalls in die Zeit Diokletians fallen auch eine Reihe von Christenverfolgungen, die im Jahre 303 besonders gewaltsame Formen annehmen.

Die Thronstreitigkeiten und die unsichere Stellung des Christentums enden erst 324 n. Chr. mit der Sicherstellung der Alleinherrschaft unter Konstantin dem Großen. Dieser ist bekannt für seine zahlreichen Reformen, die einschneidende Zäsuren in der römischen Geschichte darstellen. Hierzu gehören zweifellos die Förderung des Christentums und der allmähliche Umbau der römischen Gesellschaft unter christlichem Vorzeichen. Von ebenso geschichtsträchtiger Bedeutung ist auch die Neugründung der Stadt Konstantinopel anstelle von Byzanz. Am 11. Mai 330 wird die Stadt von Konstantin offiziell neu gegründet und zur Hauptstadt des Römischen Reiches erhoben. Bei der Einweihung der Stadt bedient sich Konstantin interessanterweise auch eines althergebrachten römischen Ritus, bei dem er mit einem Pflug eine Linie um die Stadt zieht. Die Linie kennzeichnet, ähnlich wie im Gründungsmythos der Stadt Rom, den Verlauf der Stadtmauer und somit die Grenze des pomeriums, des heiligen Bereichs der Stadt, in der das Tragen von Waffen und die Bestattung von Toten untersagt sind. Ferner wird die Stadt mit einer neuen Stadtmauer versehen. Nach der griechischen Stadtmauer und der Mauer des Septimius Severus ist dies nun der dritte Neubau eines Mauergürtels auf dem Gebiet der heutigen Altstadt. Konstantinopel ist aber nicht nur eine konventionelle neue Stadtgründung, sondern fortan das neue Machtzentrum des Imperiums.

Die immense Bedeutung, mit der die neue Stadt bedacht wird, ist gleichzeitig eine Kampfansage an das Alte Rom, dem traditionellen Haupt der Welt (caput mundi). Die alte senatorische Elite aus Rom beispielsweise kann Konstantin trotz zahlreicher Bemühungen nicht nach Konstantinopel locken, so dass in der neuen Hauptstadt eine neue, griechische Elite rekrutiert werden muss. Dies erklärt auch den hohen Einfluss griechischer Kultur auf die weitere Entwicklung Konstantinopels und des Byzantinischen Reiches. (Die Bezeichnung byzantinisch ist freilich eine Namensgebung späterer Generationen. Die Bewohner Konstantinopels selbst sehen sich bis in das Mittelalter hinein als Römer.)

Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches (467 n. Chr.) steigt das Oströmische Reich mit Konstantinopel als Hauptstadt schließlich zur alleinigen Weltmacht im Mittelmeerraum auf. Während fast alle europäischen Städte im Chaos der Völkerwanderung versinken, gelingt es Konstantinopel den Glanz und einen Großteil der zivilisatorischen Leistungen der Antike zu erhalten und weiterzuführen. Interessanterweise vereinigt Konstantinopel dabei drei unterschiedliche Wesenszüge in sich: Die Bürokratie und Verwaltung stehen in antik-römischer Tradition, die Religion ist christlich, Kunst und Kultur schließlich sind griechisch geprägt. Das Resultat ist – so der Historiker und Byzantinist Georg Ostrogorsky – eine ihrer Zeit weit überlegene Hochkultur, deren Errungenschaften noch bis weit in das Hochmittelalter den Westen Europas in den Schatten stellen.

Unter den Nachfolgern Konstantins erfolgt weiterhin eine rege Bautätigkeit. So lässt Kaiser Theodosius II. (reg. 408 – 450) eine mächtige, nach ihm benannte Stadtmauer (Theodosianische Mauern) erbauen. Die mehr als 6 km lange Stadtmauer zieht sich dabei vom Goldenen Horn bis zum Marmarameer und schließt die Altstadt auf der Landseite vollständig ein. Sie soll Konstantinopel vor den Barbarenstürmen aus dem Balkanraum schützen. Diese mächtige Mauer hat sich aufgrund ihrer soliden Bauweise, trotz zahlreicher Erdbeben und Angriffe, über 1600 Jahre hinweg fast vollständig erhalten und lässt sich auch heute noch als eines der wenigen, in seiner Gesamtheit erhaltenen Zeugnisse antiker Befestigungsarchitektur bewundern. An zahlreichen Stellen kann der Besucher die Mauern auch besteigen. Von den Türmen bietet sich dabei ein imposanter Ausblick auf Istanbul.

Der Bau einer starken Befestigung in Konstantinopel ist allerdings kein Unikum jener Zeit. Bereits mehr als ein Jahrhundert davor wird auch Rom mit einem mächtigen Verteidigungsring, der Aurelianischen Mauer, umgeben. Ständige Bedrohungen durch Germanen und andere Völker machen solche Maßnahmen in der Spätantike unumgänglich. Wenig später werden auch die am Goldenen Horn und am Marmarameer gelegenen Seiten der Halbinsel mit starken Mauern umschlossen, so dass Konstantinopel rundum geschützt und damit praktisch uneinnehmbar wird. Folgerichtig kann sie bis ins Hochmittelalter hinein trotz zahlreicher Angriffe von keinem Invasor bezwungen werden.

Die Stadt schließt sich jedoch nicht hinter den Mauern ein, sondern betreibt eine rege politische, wirtschaftliche und kulturelle Tätigkeit. Zur Regierungszeit Justinian I. (527 – 565) erlebt die Halbinsel eine Phase prosperierender politischer und kulturellen Blüte. Große Gebiete des ehemaligen Römischen Reiches werden zurückerobert und in das Byzantinische Reich eingegliedert. Auch städtebaulich stellt die Zeit Justinians eine goldene Ära für Konstantinopel dar. Die Hagia Sophia (vollendet 537) und ihr baulicher Vorgänger (Kirche für die Heiligen Sergios und Bakchos, vollendet 536) sind nur zwei architektonische Meisterleistungen dieser Zeit. Insbesondere die Hagia Sophia (aus dem Griechischen Aγία Σοφία für „Heilige Weisheit“) wird dabei zu einem wegweisenden architektonischen Denkmal, welches nicht nur die Zeitgenossen, sondern insbesondere auch die Kunst- und Baugeschichte des Osmanischen Reiches eingehend beeinflusst. Bis heute wird die Hagia Sophia daher als architektonische Meisterleistung ohnegleichen rezipiert. Die als Kuppelbasilika errichtete Kirche (eine Kombination aus Kuppelbau und langgestreckter Basilika) beeindruckt hierbei nicht nur durch ihre vollendeten Proportionen, sondern auch durch das imposante Raumgefühl im Innern der Kirche. Die riesige Kuppel mit ihren 31 Metern Durchmesser wirkt trotz ihrer gigantischen Ausmaße fast schon schwerelos und scheint förmlich zu schweben. Grund hierfür sind die insgesamt 40 Fenster, auf denen die reichgeschmückte Kuppel ruht. Von besonderer Schönheit sind zudem die vielen Mosaikdarstellungen, die der Kirche ab dem 9. Jhd. n. Chr. hinzugefügt wurden und heute an zahlreichen Stellen zu bewundern sind. Zu nennen ist hier insbesondere das berühmte Deësis – Mosaik auf der Südempore. Sie stammt aus dem 13. Jhd. und zeigt Jesus zusammen mit Maria und Johannes dem Täufer. Da die meisten Mosaiken nach der Eroberung der Stadt durch die Osmanen nicht zerstört, sondern lediglich übertüncht wurden, haben sie sich bis heute erstaunlich gut erhalten. Die späteren Einbauten und baulichen Ergänzungen der Osmanen – Minarette, Gebetsnische, Bibliothek etc. – fügen sich dabei harmonisch in die bestehende Struktur ein. Für den heutigen Betrachter ergibt sich damit ein beeindruckendes Gesamtbild von einem Bauwerk, in dem sich christlich-orthodoxe, katholische und islamische Elemente zu einer ästhetisch höchst anspruchsvollen Gesamtkomposition verbinden.

Die Zeit nach Justinian hingegen ist geprägt von permanenten inneren Spannungen und äußeren Bedrohungen. Gleichwohl kann die Stadt bis 1204 weder ernsthaft gefährdet, noch militärisch bezwungen werden. Erst mit der Einnahme und Plünderung der Stadt durch ein marodierendes Kreuzfahrerheer unter Führung des venezianischen Dogen Enrico Dandolo endet die Glanzzeit von Byzanz endgültig. Die Invasoren kontrollieren die Stadt noch fast 60 Jahre, wobei in dieser Periode zahlreiche Bauwerke zerstört oder geplündert werden. Nach der Wiedereinnahme der Stadt im Jahre 1261 kann der byzantinische Kaiser, trotz aller Bestrebungen, die alte Stärke nicht wiederherstellen, zumal der Stadt in Form der Osmanen ein neuer Gegenspieler erwächst. Nichtsdestotrotz entstehen auch in dieser unsicheren Periode bescheidene aber trotz allem bemerkenswerte Bauten, so beispielsweise die in der Nähe der Theodosianischen Stadtmauern gelegene Chora-Kirche (fertiggestellt 1321). Besonders sehenswert sind hier neben dem zurückhaltend aber nicht minder kunstvoll gestalteten Äußeren der Kirche vor allem die prächtigen Mosaike im Innern. Sie zählen zu den bedeutendsten Mosaikdarstellungen weltweit und rechtfertigen ohne Zweifel einen Besuch der mittlerweile zum Museum umgestalteten Kirche (Seite xx). Bei einem solchen Besuch lohnt sich sicher auch ein Abstecher in das unmittelbar an die Kirche angeschlossene Stadtquartier mit einigen kleinen Holzhäusern und einem charmant gestalteten Hotel (Kariye-Hotel).

Ebenfalls aus dem 14. Jhd., allerdings auf der anderen Seite des Goldenen Horns gelegen, entsteht im Jahre 1348/49 der Galataturm, der mit seinen knapp 67 Metern Höhe noch heute das Nordufer des Goldenen Horns dominiert. Der Turm ist zu dieser Zeit Bestandteil der genuesischen Siedlung Galata, die durch das Goldene Horn von Konstantinopel getrennt über eine eigene Stadtmauer verfügt. Von den Genuesen ursprünglich als Verteidigungsbau geplant, wird der Turm in osmanischer Zeit zur Feuerwache umfunktioniert und behält diese Funktion noch bis ins 20. Jahrhundert bei. Berühmtheit erlangt der Turm freilich auch durch den legendären Segelflug des Erfinders und Luftfahrers Hezarfen Ahmed Celebi (1609 – 1640), dem es angeblich 1638 gelingt, mit einer selbstgebauten Flügelkonstruktion – vom Galataturm aus startend – den Bosporus zu überfliegen und im Stadtteil Üsküdar zu landen. Heute beherbergt der Turm eine Aussichtsplattform sowie ein Restaurant.

Osmanische Eroberung und Neuanfang

Im 11. Jahrhundert sieht sich das Byzantinische Reich zunehmend mit einem neuen Gegenspieler konfrontiert. Dabei handelt es sich um türkische Volksstämme, die aus dem asiatischen Raum kommend sich sukzessive in Kleinasien niederlassen. Selbstredend kommt es dabei zu militärischen Konflikten mit dem Byzantinischen Reich, welches im 11. Jhd. einen Großteil Kleinasiens kontrolliert. Bei der Entscheidungsschlacht von Manzikert 1071 werden die byzantinischen Truppen schließlich empfindlich geschlagen und müssen anschließend große Teile Anatoliens schrittweise an die Türken abgeben. Die nach Anatolien einwandernden Türken sind zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht zentralistisch organisiert, sondern bestehen aus kleineren, in Stammesgruppen (boy) zusammengeschlossenen und nur lose miteinander verbundenen Fürstentümern.

Von besonderer Bedeutung für die künftige Geschichte Konstantinopels stellt sich dabei das Fürstentum der Osmanen heraus, das spätestens ab 1300 das Gebiet des heutigen Bursa, also in relativer Nähe zu Konstantinopel, beherrscht. Den Osmanen gelingt es schon bald, sich militärisch gegenüber Byzanz zu behaupten. Im 14. Jhd. kommt es dabei immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen beiden Mächten, wobei die Hauptstadt Konstantinopel, trotz der schwindenden Macht des Byzantinischen Reiches und großer Gebietsverluste an die Osmanen, nicht bezwungen werden kann. Grund hierfür sind nicht zuletzt die mächtigen Stadtmauern, die trotz großer Bemühungen nicht überwunden werden können.

Nichtsdestotrotz darf man sich die Beziehungen zwischen den Osmanen und dem Byzantinischen Reich nicht als rein militärischer Art vorstellen. Vielmehr ist das gegenseitige Verhältnis auch durch geschickte Diplomatie und regen kulturellen Austausch geprägt. Hier ist insbesondere auch die Heirat zwischen den osmanischen und byzantinischen Königshäusern zu nennen. Letztendlich können die diplomatischen Kontakte einen finalen Kriegsausbruch im 15. Jhd. jedoch nicht verhindern. Nach einigen erfolglosen Belagerungen, gelingt es dem osmanischen Regenten Mehmet II. (reg. 1451 – 1481) die Stadt im Jahre 1453 nach ca. anderthalb monatiger Belagerung einzunehmen. Ausschlaggebend sind dabei u.a. die starken Kanonengeschütze auf osmanischer Seite, denen die antiken Landmauern nicht gewachsen sind. Am 29. Mai 1453 gelingt es den Osmanen schließlich, die Mauern zu überwinden, womit die fast tausendjährige römisch-byzantinische Geschichte der Stadt ein Ende findet. Heute kann sich der Besucher im 2009 eröffneten Panorama – Museum ein lebendiges Bild dieser Eroberung machen. Das in Form einer Rotunde gestaltete Museum beherbergt ein detailliert gestaltetes 360° – Panorama mit einer Darstellung der Stadteroberung.

Obgleich der Name Sultan Fatih Mehmets II. oft nur in Zusammenhang mit der militärischen Eroberung der Stadt verbunden wird, liegt das besondere Verdienst des jungen Regenten eigentlich vielmehr in seinen weitsichtigen Handlungen nach der Eroberung. Denn schon kurze Zeit nach der Einnahme der Stadt gelingt es ihm, Konstantinopel, das in spätbyzantinischer Zeit mehr und mehr zu einem Schatten seiner selbst geworden war, erneut zu einer florierenden Metropole im Mittelmeerraum zu machen. Fortan entwickelt sich die Stadt nicht nur zum politischen und kulturellen Zentrum des Osmanischen Reiches, sondern wird aufgrund der Toleranzpolitik Mehmets II. und seiner Nachfolger auch zu einer begehrten Destination für westeuropäische Denker und Gelehrte. Zu Recht lässt sich die Phase nach 1453 daher nicht etwa als Ende antiker Gelehrsamkeit und Kultur, sondern vielmehr als eine Renaissance derselben betrachten.

Zu den wichtigsten, zur Zeit Mehmets II. entstandenen Bauten, zählen die Fatih-Moschee samt umgebenden Anlagen (fertiggestellt 1470) sowie der Topkapi-Palast (Baubeginn 1459). Die Moschee verdeutlicht dabei exemplarisch die gekonnte Symbiose osmanischer und westlicher Architektur unter Mehmet II. So sind die Nebengebäude der Moschee mit ihrer strengen Geometrie im Geiste der Renaissancearchitektur gestaltet, während die Moschee selbst türkische und byzantinische Bauformen zitiert. Auf einer der sieben Stadthügel errichtet und damit weithin für den Betrachter sichtbar, wird die Fatih-Moschee fortan zum neuen religiösen Zentrum Konstantinopels. Wie auch später bei Baumeister Sinan, werden externe architektonische Einflüsse von den Osmanen jedoch von Beginn an nie unreflektiert übernommen. Vielmehr gelingt es ihnen, eine vollkommen eigenständige Ästhetik und Architekturtradition zu generieren, wobei neben den eigenen Erfindungen bereits vorhandene Bauformen neu interpretiert und umformuliert werden. Es ist ein Verdienst ebendieser osmanischen Bautradition, dass sie auch einen bedeutenden Einfluss auf die moderne europäische Architektur ausgeübt hat. So findet etwa Le Corbusier (1887 – 1965), einer der bedeutendsten Wegbereiter der modernen Architektur, zahlreiche Inspirationen in der Gestaltung osmanischer Sakralbauten. Ihren Einfluss auf sein Werk verdeutlicht er schließlich immer wieder.

Als Pendant zu diesem geistigen Zentrum wird ab 1459 mit dem Bau des neuen „politischen Zentrums“, dem Topkapi-Palast begonnen. Dieser wird an der östlichen Landzunge der Altstadthalbinsel angelegt. Mit einigen Unterbrechungen residieren hier nicht nur Mehmet II., sondern auch alle seine Nachfolger auf dem osmanischen Thron. Erst mit der Verlegung des Hofes in das Dolmabahce Sarayi (1856) endet die Ära des Topkapi-Palast als Regierungssitz der osmanischen Herrscher. Bis dahin jedoch wird der Palastkomplex durch ständige Erweiterungen und Modifizierungen in seinem Aussehen verändert. Der heutige Palast, der 1923 zum Museum umfunktioniert wird, präsentiert sich dem Betrachter daher als eine faszinierende Sammlung unterschiedlicher Bau- und Architekturformen. Da die Grundzüge der Palastanlage allerdings größtenteils unter Mehmet II. im 15. Jhd. festgelegt werden, folgt die Gestaltung des Palastes in seiner Gesamtheit einer strengen, osmanischen Renaissancebauform. In den Räumlichkeiten des Palastes werden heute bedeutende Zeugnisse osmanischer wie islamischer Geschichte ausgestellt, so dass die Anlage nicht nur aufgrund ihrer Architektur, sondern auch hinsichtlich der ausgestellten Exponate eines Besuchs wert ist.

Neben dem sakralen (Fatih-Moschee) und politischen Bauvorhaben (Topkapi-Palast) erfolgt mit der Anlage des Großen Basars im Jahre 1455 auch ein wirtschaftliches Großprojekt (Seite xx). Schon bald entwickelt sich der Basar, befördert durch die immense territoriale Ausdehnung des Osmanischen Reiches auf drei Kontinenten, zu einem regen Handelsplatz für die unterschiedlichsten Waren und Güter. Insofern darf der Große Basar sicher als ein historisches Einkaufszentrum gelten (im Gegensatz zu den heutigen Exemplaren beeindruckt sie zudem durch ihre geschmackvolle Architektur). Seine endgültige Ausdehnung von knapp 31.000 qm erfährt der Basar freilich erst im 17./18. Jhd. Bis dahin führen Brände und Erdbeben zu ständigen Aus- und Umbauten.

Die Anlage der Fatih-Moschee, des Topkapi-Palast und des Großen Basars verdeutlichen die programmatische Wiederbelebung Konstantinopels als politische, religiöse und wirtschaftliche Kapitale des Mittelmeerraums. Im Übrigen führt die Eroberung durch die Osmanen zu keinem radikalen Namenswechsel der Stadt. Der antike Name Konstantinopel wird im Grunde bis ins 19. Jahrhundert weiterverwendet. Daneben etabliert sich sukzessive auch die Bezeichnung Istanbul, wobei dessen etymologische Herkunft nicht eindeutig zu klären ist. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass sich der Name vom griechischen eis tin polin ableitet, was so viel wie in der Stadt bedeutet.

Einen weiteren Schub an politischer Größe und kultureller Blüte erlebt die Stadt zur Zeit Suleimans des Prächtigen (reg. 1520 – 1566). Während Sultan Suleiman die Macht des Osmanischen Reiches durch Diplomatie und Feldzüge konsolidiert, wird Konstantinopel zu einem unverzichtbaren Mitspieler in der europäischen Politik. Daneben wird die Altstadthalbinsel mit zahlreichen Neubauten bereichert, die sich zum größten Teil bis heute fast unversehrt erhalten haben. Verantwortlich für die meisten der in dieser Periode entstandenen Bauten ist der Hofarchitekt Sinan (um 1490 – 1588), der ab 1537 bis zu seinem Tod an der Fertigstellung von mehr als 400 Gebäuden im Osmanischen Reich beteiligt ist. Zu seinen prominentesten Bauten gehört ohne Zweifel die Süleymaniye Külliyesi:ein ausgedehnter Baukomplex bestehend aus  Moschee, einer Karawanserei, diversen Bildungseinrichtungen, einem Hospital mit angeschlossener Medizinfakultät, einem Hamam usw. Der im Jahre 1557 nach lediglich sieben Jahren Bauzeit fertiggestellte Komplex fungiert damit nicht nur als Gebetsstätte, sondern übernimmt eine Vielzahl städtischer und karitativer Aufgaben. Den Mittelpunkt der Anlage bildet dabei die große Süleymaniye-Moschee, die in ihrer vollendeten Architektursprache sowohl die byzantinische Bautradition der Hagia Sophia zitiert, als auch eigene, osmanische Elemente zu einem reizvollen und gleichermaßen dezenten Bauwerk zusammenfügt. Dem Architekten Sinan gelingt es dabei, traditionelle byzantinische und osmanische Architekturformen auf eine einzigartige Weise zu synthetisieren, um auf diese Weise nicht zuletzt die Grundzüge der künftigen, klassisch-osmanischen Bautradition festzulegen. Mit seiner mit der Hagia Sophia vergleichbaren Monumentalität und den angelehnten Bauformen verdeutlicht die Süleymaniye-Moschee überdies auch den Anspruch der Osmanen auf das politische Erbe des einstigen Oströmischen Reiches.

Neben dem Süleymaniye-Komplex entsteht in Regierungszeit Suleimans auch die Mihrimah-Sultan-Moschee, die ebenfalls unter der Ägide Sinans im Jahre 1565 fertiggestellt wird. Gestiftet von der Tochter des Sultans, Mihrimah Sultan, fasziniert die Moschee vor allem durch ihren sehr hellen Gebetsraum. Wie bei all seinen Bauten experimentiert Sinan auch hier mit unterschiedlichen Bauformen und der Lichtführung. Bei der Mihrimah-Moschee entscheidet er sich bewusst für einen sehr hohen Fensteranteil, wodurch der Innenraum – auch begünstigt durch die Lage der Moschee auf dem höchsten Punkt der Altstadthalbinsel – geradezu von gleißendem Licht überflutet wird. Auch sehenswert ist der ursprünglich zum Moscheekomplex gehörende Hamam, der auch heute noch als solcher nutzbar ist.

Schließlich ist – last but not least – das Verdienst Sinans im Umgang mit der Hagia Sophia zu nennen. Die Kirche, die in spätbyzantinischer Zeit aufgrund der finanziellen Nöte des Byzantinischen Reiches baulich nicht mehr instandgehalten werden kann, wird von Sinan einer ausgiebigen Restaurierungsarbeit unterzogen. Dabei werden die einsturzgefährdeten Partien der Kirche, dabei insbesondere die Kuppel, statisch ausgebessert. Die bis heute fast vollständige Unversehrtheit der Hagia Sophia ist damit nicht zuletzt auch dem Wollen und Können osmanischer Baumeister zu verdanken.

Die Zeit nach Suleiman wird in der Geschichtsforschung allgemein als eine Periode des sukzessiven politischen Verfalls beschrieben. Allerdings handelt es sich dabei um eine allzu pauschalisierte Ansicht; bedenkt man, dass zwischen dem Tod Suleimans (1566) und dem frühen 19. Jahrhundert – der Phase, in der die politische Schwäche der Osmanen tatsächlich offen zutage tritt – knapp 250 Jahre liegen. Bei diesen zweieinhalb Jahrhunderten handelt es sich allerdings mitnichten um eine Phase kontinuierlichen Verfalls. Vielmehr erlebt das Osmanische Reich in dieser Zeit auch lange Episoden politischer und kultureller Blüte. Insbesondere Letzteres, die Phasen kultureller Entfaltung, haben das heutige Gesicht Istanbuls maßgeblich geprägt.

So fällt der Bau der Blauen Moschee, heute eines der populärsten Wahrzeichen der Stadt, in die Regierungszeit Sultan Ahmed I. (reg. 1603 – 1617). Die nach ca. 7 Jahren Bauzeit im Jahre 1616 eröffnete Moschee beeindruckt heute nicht nur durch ihre zahlreichen Minaretten (6 an der Zahl) sondern vor allem durch die reiche Innen­ausstattung mit blauen Fayencen.

Unter Mehmet IV. (reg. 1648 – 1687) erreicht das Reich schließlich seine größte territoriale Ausdehnung. Konstantinopel ist zu dieser Zeit Hauptstadt eines Reiches, dessen Regierungsgebiet Kleinasien, den gesamte Balkanraum, die Krim, Mesopotamien, die arabische Halbinsel und den größten Teil Nordafrikas umfasst. Natürlich wird die Hauptstadt auch unter Mehmet IV. mit gebührender Aufmerksamkeit bedacht. Die heute in prominenter Lage am Eingang des Goldenen Horn gelegene Yeni-Cami (Neue Moschee) wird 1663 vollendet. Sie unterscheidet sich vor allem durch ihre exponierte Lage am Wasser von den übrigen Moscheen der Altstadt. Der ihr benachbarte Ägyptische Basar (Misir Carsisi) wird bereits drei Jahre früher, 1660, vollendet. In dem L-förmigen, überdachten Basar wird damals wie heute hauptsächlich mit Gewürzen und Dörrobst gehandelt.

Auch im 17. und 18. Jahrhundert geht die Bautätigkeit in Istanbul nicht zurück. Freilich entstehen in dieser Zeit, bedingt durch die mittlerweile stärker zutage tretenden finanziellen Unzulänglichkeiten des Osmanischen Reiches, keine sakralen Monumentalanlagen im Stile der Fatih- und Süleymaniye-Moscheen mehr. Vielmehr verschiebt sich der Fokus nun auf kleinere Moscheebauten sowie vermehrt auf profane Bauwerke. Unter der schier inflationären Anzahl von Architekturbeispielen, die in dieser Zeit in Istanbul und am Bosporus aufkommen, ist exemplarisch der Leanderturm (Seite xx) als heute weithin sichtbare Landmarke und weiteres Wahrzeichen der Stadt zu nennen. Der auf einer kleinen Insel an der Bosporuseinfahrt gelegene Turm – im Türkischen liebevoll auch Kiz Kulesi (Mädchenturm) genannt – geht in seiner heutigen Form auf das Jahr 1832 zurück. Bereits vorher war die Insel für verschiedene Zwecke, als Leuchtturm, Zollstation, Wachposten etc., genutzt worden. Um die Insel ranken sich zudem einige Legenden. So geht der türkische Name darauf zurück, dass einst ein Orakel den Tod einer Prinzessin zu deren achtzehntem Geburtstag durch einen Schlangenbiss vorhersagt. Der seine Tochter über alles liebende Kaiser versucht dem Orakelspruch dadurch zu entgehen, dass er auf der Bosporusinsel den Bau eines Turms veranlasst, in welchen er das Mädchen zu ihrem Schutze bringen lässt. An ihrem achtzehnten Geburtstag stattet der Kaiser seiner Tochter schließlich einen Besuch ab, froh darüber, dass er durch seine Vorsichtsmaßnahmen den vorhergesagten Tod seiner Tochter hat verhindern können. Dem Mädchen reicht er einen reich gefüllten Obstkorb als Geburtstagsgeschenk. In diesen hat sich allerdings eine giftige Schlange geschlichen, die die nichtsahnende Prinzessin tödlich vergiftet, als diese nach der Frucht greift. Ungeachtet der nicht gerade aufmunternden Legende ist die Insel mittlerweile eine begehrte Destination von Touristen und Einheimischen. Heute sind Insel und Turm, in der sich mittlerweile ein kleines Restaurant befindet, tagsüber bequem mit der Fähre erreichbar.

Bedeutende architektonische Zeugnisse des 18. Und 19. Jahrhunderts sind zudem die in Holzbauweise errichteten Sommerresidenzen (yali) am Bosporus. Die von Angehörigen der Herrscherfamilie, des Hofadels und von ausländischen Botschaftern bewohnten Yalis schmücken noch heute an zahlreichen Stellen die Ufer des Bosporus. Unter der illustren Vielfalt dieser Bauten ist vor allem das Amcazade Yalisi (Seite xx) hervorzuheben. Von der ursprünglich sehr viel größeren Sommerresidenz hat sich allerdings nur ein einziger Baukörper erhalten. Seine Bedeutung rührt allerdings daher, dass es sich beim Amcazade Yalisi um das älteste, noch vorhandene Holzhaus Istanbuls (fertiggestellt 1699) handelt.

Einen Tiefpunkt in seiner politischen und wirtschaftlichen Entwicklung erlebt das Osmanische Reich schließlich im 19. Jahrhundert, da es sich gegenüber den schnell industrialisierenden und kolonisierenden europäischen Mächten nicht behaupten kann. Auf allen Ebenen der Politik und in weiten Kreisen der Gesellschaft werden daher Versuche unternommen, sich dem als überlegen empfundenen westlichen Lebensstandard anzupassen oder diesen zumindest zu imitieren. In der Hauptstadt Istanbul zeigt sich diese neue Nähe zum Westen im Stadtteil Pera (heute Beyoglu). Hier entsteht ein vollkommen europäisch geprägter und gebauter Stadtteil, der mit der Altstadt zwar über eine Brücke (Galatabrücke) verbunden, sozioökonomisch aber vollkommen davon getrennt ist. Pera gilt fortan als fortschrittlich-europäisch und wird von der staatlichen Elite als Wohnstandort bevorzugt. Auch der osmanische Hofstaat zieht 1856 hierher. Sultan Abdulmecid I. (reg. 1839 – 1861) lässt zu diesem Zweck den Dolmabahce-Palast als neuen Regierungssitz errichten (Seite xx). Der von der armenischen Architektenfamilie Balyan geplante und zwischen 1843 und 1856 fertiggestellte Bau folgt stilistisch der architektonischen Mode des 19. Jahrhunderts und kombiniert Stilelemente der Barock- und Renaissancearchitektur und vermengt diese schließlich mit klassischen osmanischen Bauformen. Das Resultat ist eine üppige, in seiner Farb- und Formensprache fast schon verschwenderische Palastanlage, deren Eleganz den Besucher immer wieder aufs Neue fesselt. Gerade die direkte Lage am Bosporus macht den Dolmabahce-Palast zu einem unvergleichlichen und weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt. Noch imposanter als die Außenansicht des Gebäudes sind allerdings die inneren Räumlichkeiten, die vor überwältigendem Reichtum und kostbarsten Materialien nur so strotzen.

Ebenfalls in das 19. Jahrhundert fällt die Anlage der Cadde-i Kebir bzw. Grand Avenue (heute Istiklal Caddesi in Taksim). Hier beziehen die wichtigsten Bündnispartner der Osmanen, so die Engländer, Franzosen und Deutschen, ihre Botschaften. Im Gegensatz zur nach wie vor mittelalterlich geprägten Istanbuler Altstadt folgt die Architektur der Istiklal Caddesi dem modernen Bautrend des 19. Jahrhunderts; Gebäude im Stil der Neorenaissance, Neugotik und des Jugendstils drängen sich hier aneinander. Auch die Bevölkerung ist europäisch geprägt, so dass die Istiklal Caddesi zum Aufenthaltsort der europäischen Bevölkerung Istanbuls und zur begehrten Destination der osmanischen Intellektuellen wird.

Dagegen wird die Altstadthalbinsel weiterhin von der traditionellen Schicht bewohnt. Disparitäten, Spannungen und gegenseitige Abneigung zwischen den beiden Milieus sind natürlich vorprogrammiert. Freilich hat sich die europäische Färbung Peras und die eher konservativere Prägung der Altstadt noch bis heute – wenn auch nicht mehr so ausgeprägt – erhalten.

Pera (Beyoglu) ist somit auch der erste größere Stadtteil Istanbuls, der über die Altstadthalbinsel hinauswächst. Allerdings bleibt Istanbul im 19. Jahrhundert, trotz der Anlage des neuen Stadtteils, im Verhältnis zu den rasant wachsenden europäischen Städten dieser Zeit eine in ihrer Ausdehnung äußerst bescheidene Metropole. Denn anders als im Westeuropa des 19. Jahrhunderts findet im Osmanischen Reich keine Industrialisierung und damit auch keine städtische Bevölkerungsexplosion statt. Diese vollzieht sich erst ab den 1950er Jahren, also lange nach dem faktischen Ende des Osmanischen Reiches und der Gründung der Republik Türkei. Das Istanbul des 19. Jahrhunderts hingegen ist nach wie vor eine idyllische Stadt, die orientalische und westliche Elemente auf städtebaulicher wie auch gesellschaftlicher Ebene auf unverwechselbare Art und Weise miteinander vereint. Hiervon zeugen nicht nur die erstaunlichen Berichte europäischer Reisender jener Tage, sondern auch die erhaltenen Fotografien. Sie zeigen eine pittoreske Stadt an der Schwelle der Modernisierung, jedoch noch nicht von der Industrialisierung erfasst und damit noch vollkommen intakt in seiner historischen Stadtstruktur. Das Stadtbild ist geprägt von durchgrünten, farbenfrohen Holzhausvierteln, aus denen stellenweise Moscheen mit ihren Minaretten hervorstechen. Zwar hat sich, wie auch andernorts in Europa, bis heute nur wenig von dieser ursprünglichen historischen Stadtstruktur erhalten. Doch noch heute ist es an einigen Stellen Istanbuls möglich, ein Gefühl für das authentische Bild jener Tage zu erhaschen.

Republikgründung und Modernisierung

Die stärkste Zäsur in der jüngeren Vergangenheit der Stadt Istanbul geht zweifellos mit der Gründung der Republik Türkei einher. Am 13. Oktober 1923 wird Ankara in Mittelanatolien auf Geheiß von Mustafa Kemal Atatürk zur Hauptstadt der neugegründeten Republik ausgerufen. Die Gründe für die Verlegung der Hauptstadt sind indes mannigfaltiger Art und zuweilen stark von ideologischen Gesichtspunkten geprägt. Zwar empfiehlt sich die im tiefen Mittelanatolien gelegene Provinzstadt auch aufgrund ihrer strategisch zentralen Lage, doch besteht die eigentliche Absicht der Republikgründer darin, ein bewusste Zäsur zum osmanisch – und damit auch islamisch geprägten – Istanbul zu setzen. Fortan ist die Stadt am Bosporus offiziell nur noch eine von vielen Provinzen (vilayet), der ein vom Innenminister ernannter Gouverneur (vali) vorsteht. Insofern sind die Verlegung der Hauptstadt nach Ankara und die „Degradierung“ Istanbuls als Teilaspekt der kemalistischen Kulturrevolution hin zu einer laizistisch-zentralistischen Republik zu lesen. Mithilfe einer umfassenden Sprachreform und der bewussten Vernachlässigung des historischen Erbes  soll die Bindung an die Vergangenheit wirkungsvoll gekappt werden. Dieses Paradigma hält sich immerhin bis 1950. Erst mit dem Regierungsantritt des ersten demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Adnan Menderes – einem reformwilligen, volksnahen Politiker – wird Istanbul erneut mit Aufmerksamkeit bedacht. Insofern sind die Hin – bzw. Abwendung von Istanbul in der ersten Zeit der Republik auch ein Gradmesser für die ideologische Ausrichtung der jeweiligen Regierung.

Unter Adnan Menderes (1950 – 1960) erfolgt schließlich auch der autogerechte Umbau Istanbuls, wobei zahlreiche historische Bauten zerstört, gleichzeitig aber die infrastrukturellen Grundlagen für die Entstehung einer modernen Stadt gelegt werden. Insofern markieren die 1950er Jahre einen Wendepunkt in der jüngeren Geschichte der Stadt. Seitdem multipliziert sich die nationale wie internationale Bedeutung Istanbuls Jahr für Jahr. Wirtschaftlich liegt die Stadt (zusammen mit der Marmara-Region) ohnehin uneinholbar weit vor den anatolisch Provinzen. So trugen im Jahre 2006 allein Istanbul und das Marmaragebiet etwa 40 % zur Gesamtbruttowertschöpfung der Türkei bei. Für Zentralanatolien mit Ankara lag dieser Wert im selben Jahr bei lediglich 14 %. Selbiges gilt auch für den Finanzsektor des Landes, dessen Herz in den Istanbuler Stadtteilen Besiktas und Sisli schlägt. Hinzu kommt, dass im asiatischen Stadtteil Atasehir der Aufbau eines größeren Finanzentrums (IFC – Istanbul International Financial Center) geplant ist, mit dem sich Istanbul neben New York, London und Dubai an der Spitze der internationalen Finanzbranche positionieren möchte.

In puncto Kunst und Kultur hat die Bosporusmetropole – abgesehen vom Intermezzo zwischen 1923 und 1950 – seine Bedeutung ohnehin nie eingebüßt. Als ehemalige Hauptstadt von Weltreichen ist Istanbul mit einer unermesslichen Fülle an historischen Denkmälern gesegnet. Aber auch was zeitgenössische Kunst anbelangt ist sie state of the art für die Türkei: In den Istanbuler Stadtteilen Beyoglu und Besiktas schlägt das Herz der Kreativwirtschaft. Hier findet sich neben dem Museum Istanbul Modern für zeitgenössische Kunst auch zahlreiche Anlaufstellen für moderne Architektur und Design.

An dieser Stelle lässt sich daher festhalten, dass Istanbul seit 1923 zwar nicht mehr Regierungssitz, aber zweifelsohne nach wie vor die erste Stadt (im Sinne von gesellschaftlichem, kulturellem und wirtschaftlichem Herz) der Türkei ist. Als informelle Hauptstadt des Landes übersteigt ihre Ausstrahlung heute bei weitem den nationalen Kontext. So zählt das GaWC (Globalization and World Cities – Study Group) Istanbul zu den sogenannten Alpha-Cities – also zu den besonders ausstrahlungskräftigen Weltstädten. Zu ähnlichen Urteilen kommen auch andere Stadtforschungsinstitute. Demnach gehört sie zu den wirtschaftlich attraktivsten Weltstädten, insbesondere was den Immobilienmarkt betrifft. Der Stadt am Bosporus – nach Mexiko-City, Shanghai und Peking mittlerweile die viertgrößte Stadt auf diesem Planeten – scheint damit der endgültige Sprung zur modernen Weltstadt gelungen zu sein.

Megacity Istanbul

Zeitgleich mit dem wirtschaftlichen Boom und der touristischen Anziehungskraft sieht sich die Millionenmetropole in jüngster Zeit aber auch mit massiven infrastrukturellen Problemen konfrontiert. Seit 1960 befindet sich die Stadt in einem Zustand der permanenten räumlichen Ausdehnung. Seit der späten Industrialisierung ab den 1950er Jahren zieht es die anatolische Landbevölkerung zu Hunderttausenden in die türkischen Städte, vornehmlich nach Istanbul. Rund um den historischen Stadtkern entstehen riesige Siedlungsgebiete, aus denen die heutigen Stadtteile Bagcilar, Bahcelievler, Sultangazi etc. werden. Statt geplanter Mietskasernen wie im industrialisierten Westeuropa entstehen in Istanbul und andernorts ungeplante (bzw. von den Bewohnern selbst geplante) Behausungen, sogenannte gecekondus. Erst in den 1980er Jahren bahnen sich erste staatliche Lösungen für die Millionenmetropole an. Der damalige Ministerpräsident Turgut Özal (1983 – 1989) ruft einen Staatsfonds für Sozialwohnungsbau ins Leben. Aus ihm werden bis 1992 ca. 1 Million Sozialwohnungen finanziert, womit das gecekondu-Problem zumindest teilweise entschärft werden kann. Von weitreichenderer Bedeutung sind indes die Anlage der beiden Bosporusbrücken (1973, 1988), die die Überfahrt zwischen Ost und West sicherstellen, langfristig aber zur Entstehung großflächiger Industriegebiete entlang der Zufahrtsstraßen beitragen und noch einmal die flächenmäßige Expansion der Stadt befördern. Ferner bewirken die Brücken eine Zunahme des motorisierten Verkehrs. Menschen, die früher mit Dolmus und Fähre unterwegs gewesen waren, ziehen nun den Privatwagen vor. Gleichwohl haben sich die Bosporusbrücken zu einem weiteren Wahrzeichen der Stadt entwickelt und prägen heute das Stadtbild bedeutend mit (Seite xx). Zugleich wird seit Jahren massiv in den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs investiert. Das Marmaray- Projekt, das seit 2013 das asiatische und europäische Ufer durch einen unteririschen Bahntunnel miteinander verbindet, ist Teil dieser Anstrengungen.

Heute gehört Istanbul mit mehr als 11 Millionen Besuchern (2012) zu den meistfrequentierten fünf Städten der Welt. Jedes Jahr zieht es allein aus Deutschland ca. eine halbe Million Menschen an den Bosporus. Angesichts der riesigen Stadt und der vielen Touristen fällt es da manchmal auch schon mal schwer, den Überblick zu wahren. Der vorliegende Reiseführer möchte dem Besucher daher nicht nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Istanbuls erläutern, sondern auch als Leitfaden zu den manchmal weniger bekannten (aber nicht minder sehenswerten) Orten der Stadt fungieren. Zahlreiche Tipps und Informationen runden das Büchlein ab, so dass es Ihnen als kunsthistorischer Begleiter und praktischer Helfer gleichermaßen dienlich sein wird.

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Es gibt im Moment in diese Mannschaft, oh, einige Spieler vergessen ihnen Profi was sie sind. Ich lese nicht viele Zeitungen, aber ich gehöre vielen Situationen.

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